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Bedeutende Teilbereiche des Ökosystems Elbe sind die semiterrestrischen Flächen, der Grenzlebensraum zwischen aquatischen und terrestrischen Biotopen. Diese sind auf weiten Strecken der Elbe durch Buhnen und die von ihnen umschlossenen Buhnenfelder geprägt.

Die Lebensgemeinschaften (Biozönosen) der ursprünglichen Auen haben auf die anthropogen veränderten Gegebenheiten reagiert. Dies bedeutet nicht etwa, dass sich die Arten der ursprünglichen Auenfauna in ihren ökologischen Ansprüchen adaptiert hätten, sondern es wird vielmehr eine Veränderung in der Zusammensetzung der Biozönosen deutlich. Bedingt wird die Veränderung der Biozönosen in den aquatischen und semiterrestrischen Bereichen des Gewässers von einer Vielzahl von Umweltvariablen.

Elbe bei Wittenberge mit neuem Buhnenverbau

 

 

Die Modellierung von  Umweltvariablen und die Simulation der Reaktionen aquatischer und terrestrischer Lebensgemeinschaften auf die Verhältnisse im Buhnenfeld ist Inhalt unseres Projektes im Rahmen des Forschungsverbundes Elbe-Ökologie.

Ziel des interdisziplinären BMBF-Verbundprojektes "Auswirkungen von Buhnen auf semiterrestrische Flächen" ist die Entwicklung eines numerischen Planungswerkzeuges. Konstruktive, wasserbauliche Eingriffe in Morpho- und Hydrodynamik eines Flusses (hier die Struktur von Buhnenfeldern) sollen damit vor dem Bau hinsichtlich Ihrer Wirkung auf Biozönosen, Morpho- und Hydrodynamik bewertbar


Strukturelle Diversität im Buhnenfeld, bei Niedrigwasser

   

Die Anbindung der biotischen Komponente an ein hydro-und morphodynamische Modell erfordert die Ermittlung der Zusammenhänge zwischen Fauna und Abiotik mittels Korrelationsanalysen. Zu diesem Zweck wurden Fauna und Abiotik der Buhnenfelder in den Jahren 1998 und 1999 in monatlichen Intervallen beprobt. Erfaßt wurden sowohl das aquatische Makrozoobenthos der submersen als auch Insektengruppen der emersen Phase, qualitativ und quantitativ. Sie dienen als repräsentative Indikatoren für das Gesamtsystem und die Varianz der Milieubedingungen.

Um ein möglichst diverses Faktorenspektrum in hoher Auflösung zu erhalten, wurden in bezug auf Morpho- und Hydrodynamik stark differierende Buhnenfelder als Untersuchungsflächen ausgewählt. Dies gewährleistet, daß die Gradienten repräsentativer Umwelt-Parameter möglichst weitgehend erfaßt und differenziert werden.

Parameter sind u.a.: Art und Zusammensetzung des Substrats, organischer Gehalt, Strömungsgeschwindigkeit, Wassertiefe, Bodenfeuchte etc.

Die Untersuchungsgebiete liegen im Grenzbereich der oberen zur unteren Mittelelbe. Hier befinden sich zudem die Untersuchungsflächen weiterer Projektnehmer im Forschungsverbund Elbe-Ökologie, so dass vergleichbare Rahmenbedingungen gegeben sind. Die koordinierte Beprobung durch mehrere Projektnehmer legitimiert einen Datenaustausch und ist im Sinne ökonomischer Forschung.


Beispiele für Gradienten sind zunehmende Strömungsexposition, Wassertiefe, Bodenfeuchte oder Korngrösse